Bodensee-Boote Öl- und Schadenwehr modernisiert 

zwei angelegte Boote am Bodensee

Das Land Baden-Württemberg hat für die Gefahrenabwehr vier baugleiche Arbeitsboote beschafft, die an den Stützpunkten Friedrichshafen, Konstanz, Radolfzell und Überlingen stationiert werden und die rund 40 Jahre alten Feuerlöschboote ersetzen. Sie dienen dem Umwelt- und Trinkwasserschutz und werden zur Brandbekämpfung und Seenotrettung eingesetzt. Die Boote wurden von den vier Stützpunkten in Zusammenarbeit mit den Landratsämtern Bodenseekreis und Konstanz und dem baden-württembergischen Innenministerium konzipiert, mit fachlicher Unterstützung von Panacek Yachtdesign und Engineering. Hersteller ist die finnische Firma KEWATEC Alu Boat in Kokkola.

„Die Ölwehr sorgt für den Schutz des Ökosystems Bodensee, dafür braucht sie modernste Technik und Ausrüstung – damit sorgen wir dafür, dass die länderübergreifende Gefahrenabwehr mit Bayern, Österreich und der Schweiz unter dem Dach der Internationalen Gewässerschutzkommission Bodensee funktioniert“, so Thomas Strobl, stellvertretender Ministerpräsident und Innenminister des Landes Baden-Württemberg. Nach den guten Erfahrungen mit dem IDECS-Kommunikationssystem in den Einsatzleitwagen der Feuerwehren Friedrichshafen und Überlingen wurde die Firma SELECTRIC / KTF mit der Digitalfunkausstattung der Boote beauftragt, die jeweils mit einem analogen und zwei digitalen Funkgeräten (MRT) versehen werden.

Ein ganz wesentlicher Vorteil von IDECS gegenüber herkömmlicher Mehrfach-Besprechungstechnik besteht darin, dass an IDECS-Arbeitsplätzen neben der reinen Funkbesprechung auch die Funkbedienung direkt möglich ist. Die bei herkömmlichen Anwendungen separat erforderlichen Bedienteile sind bei IDECS bereits in die Bedienoberfläche integriert, was einen echten Raumgewinn bedeutet. Die technische Ausstattung umfasst einen Arbeitsplatz am Steuerstand mit 10" Touch-Monitor und fest eingebauten Komponenten (Schwanenhalsmikrofon, Lautsprecher, Handapparat) sowie einen weiteren Arbeitsplatz am Kartentisch mit einem – flexibel positionierbaren – Auftisch-Gerät vom Typ Orca 17. Über einen LTE-Router werden Internetdienste und Mobilfunk abgewickelt.

Im Juli 2019 wurde das neue Friedrichshafener Boot in Dienst gestellt, im Oktober folgte das Boot in Konstanz und voraussichtlich im Mai 2020 werden auch die Boote 3 und 4 fertiggestellt sein. Die Besatzung –sechs bis neun Einsatzkräfte je Boot, bestehend aus haupt- und ehrenamtlichen Feuerwehrleuten – wurde in intensiven Schulungen mit der neuen Technik vertraut gemacht.

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