Neue Funkgerätesoftware SALT2 Weiterentwicklung gemäß neuen Zertifizierungsanforderungen

Die im deutschen TETRA BOS Netz betriebenen Endgeräte müssen entsprechend den Anforderungen der BDBOS zertifiziert sein. Die Grundlage dieser Zertifizierungsanforderungen werden seitens der BDBOS und dem Bedarf der deutschen BOS immer weiterentwickelt und um neue Funktionalitäten ergänzt.

Die Firma Sepura hat eine neue Funkgerätesoftware mit der Bezeichnung V10.24/SC2.0(Salt2) entwickelt und nach der aktuellen Zertifizierungsgrundlage (BOS-IOP Richtlinien 2019-10) zertifiziert. Bei einigen Kunden wird diese neue Software aktuell auf die Geräte ausgerollt. Es wurden übrigens nicht nur neue Funktionen entwickelt, die Gegenstand der neuen Zertifizierungsgrundlage waren, sondern auch viele Anregungen unserer Kunden umgesetzt. Einige davon möchten wir im Folgenden einmal vorstellen.

 

STATUS-NACHRICHT AN ZWEI UNTERSCHIEDLICHE ZIELE

Es können jetzt bis zu 10 Status-Nachrichten an mehrere Ziel-Adressen versendet werden. Mit den auf 10 erweiterten „Funktions-Sequenzen“ kann eine Status-Nachrichten über die 10er-Tastatur am Funkgerät an mehrere Ziel-Adressen versendet werden.

 

SDS-ADRESS-LISTE ALS ISSI-BEREICHE

In vorherigen Funkgeräte-Softwaren konnte bei jedem Eintrag in der SDS-Adress-Liste jeweils nur eine ISSI eingetragen werden, um verschieden berechtigte Absender-Adressen für unterschiedliche Anwendungen frei zu schalten (Empfang GPS-LIP-Kommandos einer Leitstelle, Empfang Alarmierungen und Weiteres). In der verfügbaren Sepura Funkgeräte-Software ist es nun möglich, bis zu 150x ISSI-Bereiche in dieser SDS-Adress-Liste zu bestimmen.

 

DOPPELBELEGUNG DER FUNKTIONS-TASTEN AM FUNKGERÄTE-ZUBEHÖR

Es ist nun möglich vorhandene Funktions-Tasten an einem an das Handfunkgerät angeschlossenen Lautsprechermikrofon, durch lang oder kurz Druck doppelt zu belegen. Als praktisches Beispiel könnte die „-„ Taste beim Kurzdruck die Gerätelautstärke reduzieren und beim Langdruck einen Status 5 (Sprechwunsch) an die Leitstelle senden.

 

AUTOMATISCHE NETZWERKUMSCHALTUNG AM OPTIVO+

Bei der OptiVo+ können nun Rufgruppen unterschiedlicher Tetra-Netzwerke über den Zubehör-Drehwahl-Schalter ausgewählt werden. Ein Anwendungsfall wäre hier z. B. der Einsatz in Einrichtungen mit einer Objektfunkversorgung TMOa. Pos. 1,2 und 3 des Drehwahlschalters wären mit den DMO Gruppen 307, 308 und 309 belegt, auf der Pos. 4 würde sich die Rufgruppe für die OV und auf der Pos. 5 eine TMO Rufgruppe befinden.

 

EINZELRUF DIREKT AUS DEM TELEFONBUCH HERAUS

Es können aus dem Telefonbuch des Funkgerätes direkt Einzelrufe ausgeführt werden, ohne zuvor in die Kontaktdetails zu gehen.

 

SEPARATE DMO-SENDEPRIORITÄT

Die DMO-Sendepriorität kann unabhängig von der TMO-Sendepriorität im Funkgerät konfiguriert werden.

 

ALARMIERUNGS-TON UND LAUTSTÄRKE

Über die Funkgeräte-Konfiguration kann ein weiterer Notruf-Ton und eine von der Geräteeinstellung unabhängige Lautstärke des Signalisierungs-Tones beim Notruf eingestellt werden.

 

UMSCHALTEN DER RUFGRUPPE VIA INDEX-NUMMER

Diese Funktion ermöglicht es eine Auswahl an Rufgruppen via Indexnummer bei automatischem Umschalten zwischen TMO und DMO zu wechseln.

 

UMSCHALTUNG DER ZULETZT VERWENDETEN RUFGRUPPE

Hiermit besteht ab sofort die Möglichkeit, ein Gerät in die zuletzt verwendete Rufgruppe umzuschalten. Hierbei ist es unabhängig, ob sich eine Rufgruppen in einem anderen Tetra-Funk-Netz oder im TMO oder DMO befindet.

 

APPSPACE

AppSpace bietet vielfältige Möglichkeiten, kundenspezifische Applikationen in den Endgeräten zu realisieren. Mögliche Applikationen werden in Zusammenarbeit mit Kunden und Sepura erarbeitet und umgesetzt. Die Möglichkeiten sind sehr vielfältig, da Appspace Zugriff auf über 30 interne Schnittstellen im Funkgerät (wie GPS, Display, Bluetooth etc) bietet.

 

„SCHATTENGUPPEN“ ANWENDUNG AUSSERHALB DES RUFGRUPPEN-GEBIETES

Beim Verlust einer Schattengruppe, beispielsweise durch eine Umbuchung des Funkgerätes aus einem Rufgruppen- Gebietes heraus, werden alle Zieladressen einer ausgewählten „Schattengruppe“ weiterhin vom Gerät angewendet. Eine kontinuierliche Daten-Adressierung zur Leitstelle ist somit sichergestellt. Außerdem werden Daten-Ziele von Schattengruppen, welche sich aufgrund des Rufgruppen-Gebietes (noch) nicht schalten lassen, bei Auswahl der Schattengruppen bereits angewendet. Ein Anwendungsfall wäre hier zum Beispiel die Anfahrt in ein benachbartes Leitstellengebiet.

 

EINSPRECHEN BEIM RUFGRUPPEN-SCANNEN

Durch die Funkgeräte-Konfiguration kann festgelegt werden, ob bei einem aktiven Gespräch auf einer gescannten Rufgruppe, durch das Betätigung der Sprechtaste in diese gescannte Rufgruppe eingesprochen werden soll oder alternativ ausschließlich immer die vom Geräte-Nutzer ausgewählte Rufgruppe verwendet werden soll.

 

LAUTSPRECHER-VERHALTEN BEI DER AKTIVHALTERUNG

Der Lautsprecher an der Aktivhalterung bleibt nun auch aktiviert, wenn der Hörer das erste Mal nach dem Einschalten des Funkgerätes abgehoben und die PTT Taste gedrückt wird.

 

 

Die nächste Sepura Software ist bereits in der Entwicklung und wird voraussichtlich gegen die im Oktober diesen Jahres erwartete Endgerätezertifizierung der BDBOS getestet und zertifiziert.

 

 

 

 

 

 

 

 

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