SELECTRIC TRESORSTEUERUNG  

Zu Beginn des Jahres 2021 hatte die Berufsfeuerwehr Essen (nachfolgend BF Essen) entschieden, die Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehren (nachfolgend FF) mit Schlüsseln der Feuerwehr-Generalschließung auszustatten. Denn sollte die Besatzung einer Wache der BF Essen längerfristig in einem Einsatz gebunden sein, wäre die Feuerwache temporär für eine unbestimmte Zeit unbesetzt. Somit würde der Brandschutz in diesem Stadtteil unter Einhaltung der Hilfsfristen nicht mehr gewährleistet sein. In einem solchen Fall würde die FF von der Leitstelle alarmiert, um die Wache der BF Essen zu besetzen. Dazu braucht die FF den Objektschlüssel der Wache, um sich Zugang zu verschaffen und einen Generalschlüssel, um auch Meldereinsätze fahren zu können. Zur Überwachung und sicheren Aufbewahrung der Schlüssel sollten diese in den jeweiligen Gerätehäusern in einem Feuerwehrschlüsseldepot (FSD) vom Typ 3 verlastet werden. Die Außentür des Tresors soll bei Bedarf und auf Anforderung des Löschgruppenführers, von der Leitstelle fernwirksam entriegelt werden. Die Innentür des Tresors öffnet der Löschgruppenführer mit seinem Schlüssel. Anschließend können die sicher verwahrten Schlüssel entnommen werden. Die jeweiligen Zustände der Außentür (verriegelt/entriegelt) sowie der Schlüssel (gesichert/entnommen) sollen in der Leitstelle zur Anzeige gebracht werden.

Die Verantwortung für dieses Projekt wurde an den Sachgebietsleiter Kommunikationstechnik der BF Essen, Brandamtsrat Herrn Wolfgang Poschen übertragen, für den eine kostenintensive konventionelle Methode nicht in Frage kam. Gerätehäuser der FF müssten nicht nur mit einem FSD3, sondern auch mit einer Gefahrenmeldeanlage, die zur Überwachung und Ansteuerung der Tresore benötigt würde, versehen werden. Dies wäre mit dem Abschluss eines Vertrags mit einem Dienstleister für angemietete Leitungen zur Übertragung der Signale verbunden gewesen und somit auch mit einer umfangreichen Ausschreibung für die Montage und Wartung.

Das Projekt sollte auch anders, mit weniger Kosten verbunden und dennoch gut umzusetzen sein, denkt sich Wolfgang Poschen und hatte die Idee, eine technische Lösung via Digitalfunk zu entwickeln. So begann er mit der Planung und der Entwicklung eines FSD3, welcher aus der Leitstelle geöffnet und überwacht werden kann.

Im Juni 2021 beauftragte die BF Essen die SELECTRIC Nachrichten-Systeme GmbH (SELECTRIC) mit der Weiterentwicklung und Umsetzung der geleisteten Vorarbeit. Im August 2021 stellte SELECTRIC eine innovative Hard- und Softwarelösung bereit, die nahtlos mittels SELECTRIC RescueCall in die Essener Leitstellen integriert wurde und lieferte auf der technischen Seite vier Komponenten, die für die Umsetzung des Projektes zum Einsatz kommen. SELECTRIC IDECS mit dem Status-Ortungs-Server, SELECTRIC TP I/O Box, SELECTRIC RescueCall (TETRA Alarmgeber CallOut) und ein Sepura SRG3900. Die technische Anpassung und Modifizierung der Tresore, der Bau des Funkschranks, sowie die Montage und Inbetriebnahme wurden von der BF Essen übernommen.

Im Dezember 2021 war es so weit. Als Pilotprojekt wurde die Idee der BF Essen, einen FSD3 via Digitalfunk anzusteuern und zu überwachen von SELECTRIC umgesetzt und erstmals im Neubau des Gerätehauses der FF in Betrieb genommen. Einmal mehr hat die BF Essen, Herr Wolfgang Poschen, in Zusammenarbeit mit der SELECTRIC einen Meilenstein im Digitalfunk gesetzt.

Schauen Sie sich das Video zur SELECTRIC Tresorsteuerung an. Hier klicken.

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